Steuerfachangestellte Gehalt München

3.000 bis 6.500 € brutto monatlich – so weit spannt sich, was uns in eigenen Besetzungen begegnet. Bei dieser Spanne hören die meisten Ratgeber auf. Dabei beginnt hier erst die Frage, die dich weiterbringt: Wovon hängt ab, wo darin du landest?

Rechne mit einem Drittel deines Umsatzes

Eine Kanzlei betrachtet deine Stelle nicht als Kostenposten mit Marktpreis, sondern als Gegenrechnung zu dem, was du einbringst. Der Maßstab ist dein abrechenbares Leistungsvolumen pro Monat.

Die belastbare Größe daraus: etwa ein Drittel, 30 bis 35 Prozent, landen als Bruttogehalt bei dir. Nach oben ist Luft – 50 Prozent sind verhandelbar –, aber eine Kanzlei trägt daneben Urlaub, Weihnachtsgeld, Boni und Nebenkosten. Bei der Hälfte wird die Sache für den Arbeitgeber unbequem, und unbequeme Vereinbarungen werden irgendwann neu verhandelt. Wer eine Lösung sucht, die Jahre hält, zielt auf das Drittel.

Monatliches Leistungsvolumen Gehalt bei 30 % Gehalt bei 35 %
10.000 € 3.000 € 3.500 €
15.000 € 4.500 € 5.250 €
20.000 € 6.000 € 7.000 €

An dieser Rechnung scheitern die meisten überzogenen Erwartungen: Wer 8.000 bis 12.000 € im Monat abrechnet, wird 6.500 € nicht bekommen – das wären weit über 50 Prozent. Wer bei 16.000 bis 18.000 € liegt, bekommt sie.

Eine einzige Vorarbeit schlägt daher jede Gehaltstabelle: Finde heraus, was du im Monat abrechnest. Deine Kanzlei kennt die Zahl genau – frag danach, bevor du über Gehalt sprichst.

Gleiche Stelle, 2.000 € Unterschied

Dass in derselben Kanzlei eine Kraft 3.000 € und eine andere 5.000 € verdient, ist keine Seltenheit. Drei Dinge erklären es.

Womit du arbeitest

Ein Bestand aus vielen kleinen Mandaten frisst Zeit, die niemand abrechnet – hohe Umsätze erreicht hier nur, wer ausgesprochen schnell und strukturiert arbeitet. Wenige große Mandate erzeugen Umsatz leichter, verlangen aber echte fachliche Tiefe.

Der Münchner Markt ist zweigeteilt: IT-Unternehmen und Freiberufler bringen viele kleinere, oft gut digitalisierte Mandate; Handwerk, Immobilien und Industrie eher größere und komplexere. Beides führt zu unterschiedlichen Gehältern.

Wie weit deine Verantwortung reicht

Reine Lohnabrechnung liegt auf einem anderen Niveau als eigenständige Mandantenbetreuung mit Telefonkontakt, Rückfragen und Abschlussvorbereitung. Dieser Schritt – vom Bearbeiten zum Betreuen – ist der größte Hebel, den du selbst bewegen kannst.

Wer verhandelt hat

In einer Kanzlei, die wir kennen, war ausgerechnet die über eine Vermittlung eingestellte Person die bestbezahlte im Haus. Nicht weil sie mehr konnte, sondern weil jemand mit Marktüberblick für sie verhandelt hat. Allein am Tisch siehst du nur ein Angebot und hast nichts, woran du es messen könntest.

Die Homeoffice-Frage, realistisch beantwortet

Die Mehrheit der Steuerkanzleien will kein vollständiges Homeoffice. Wer es anbietet, zahlt üblicherweise nicht die Spitzengehälter. Das ist unbequem, aber es ist die Marktlage.

Dazwischen liegt eine Gruppe, die selten in Stellenanzeigen auftaucht: Kanzleien, die Homeoffice nicht ausschreiben, sich aber darauf einlassen, wenn beim Gehalt nachgegeben wird. Danach muss man fragen – von allein steht es nirgends.

In München kommt ein Faktor hinzu, den andere Städte so nicht kennen: Die Mietkosten machen die Rechnung oft eindeutig. Ein niedrigeres Gehalt im Homeoffice, dafür Wohnen außerhalb der Stadt, kann unterm Strich mehr übrig lassen als das höhere Präsenzgehalt mit Münchner Miete.

Unser Verhandlungsverständnis

Wir versuchen nicht, das höchstmögliche Gehalt herauszuholen. Ein Abschluss an der Obergrenze belastet das Verhältnis von Anfang an und wird erfahrungsgemäß wieder aufgemacht. Wir verhandeln auf eine Zahl, die für dich passt und für die Kanzlei tragfähig bleibt – und wägen ab, was daneben zählt: Arbeitsweg, Mandantenstruktur, Entwicklungsperspektive, Homeoffice-Anteil.

Was wir einbringen, ist der Vergleich: Wir wissen aus laufenden Besetzungen, was Münchner Kanzleien für welche Leistung zahlen.

Offene Stellen in München

Die genannten Zahlen stammen aus Besetzungen, die wir selbst begleitet haben, und aus Gesprächen mit Steuerkanzleien. Das ist keine repräsentative Erhebung und kein statistischer Durchschnitt, sondern unsere Praxiserfahrung.